Freitag, 25. Januar 2008

Stiftungsarbeit...

22.1. - 24.1
...oder wie soll ich das nennen? Isabelle arbeitet ja zeitweilig mit der Stiftung "Ayuda Directa" zusammen, bei der sie wohnt. Da fahren sie in Dörfer und machen Aufklärung, behandeln Kranke und versuchen, Traditionen und Kultur zu erhalten.
Und mir wurde nun die Möglichkeit gegeben, zwei solcher Dörfer mit zu besuchen. Und das werden wohl die beeindruckendsten Erlebnisse aus Ecuador für mich sein!

Wir haben uns also aufgemacht aus Guaranda nach Riobamba. Dort ein wenig Eis gegessen und den Aschestaub vom Vulkan genossen und sind am Nachmittag auf nach Esperanza gefahren. Das ist das Dorf, in dem Michele (Chef der Stiftung) und die 3 Italiener schwer aktiv waren. Wir haben das Dorf eigentlich nur gestreift, nur dort übernachtet (eine Nacht wie auf ner Hütte mit Stockbetten). Am nächsten Morgen wurden Isi, Maren und ich dann von Ceci abgeholt und sind 2 Stunden lang über eine schlecht zu befahrende Schottestraße immer tiefer in die Anden gefahren. Als man wirklich nicht mehr fahren konnte, sind wir auf Pferde umgestiegen.
Dann 4 Stunden geritten. Hey, Reiten ist toll. Aber wenns vor einem 90° abwärts geht...hui.

Ziel war Rio Jubal. Ein Andendorf mit einer Schule und sogar Strom.
Cecilias Aufgabe war es, in dem Dorf Interviews mit den Bewohnern durchzuführen. Sie wollte Traditionen und Kultur identifizieren um sie für die Nachwelt zu erhalten. Denn Coca Cola ist nicht aufzuhalten. Isabelle konnte eben als Kinderkrankenschwester und mit ihren Spanischkenntnissen unterstützen (also auch selbst Interviews durchführen) und Maren und ich haben Fotos gemacht, oder gefilmt. Und ich durfte viel zeichnen.

So wurde mit Hebammen gesprochen, um die jahrhundertealten Techniken kennenzulernen (Kind drehen, Baden der Mutter im Kräuterbad...).
Dann haben wir mit den Kindern von 0 bis 6 gesprochen, die dort in der Gemeinde schon in die Schule müssen. Und wir wollten herausfinden, ob die Kinder damit glücklich sind. Dafür musste ich Mutter, Vater und Lehrer zeichnen, die von den Kindern dann mit Smilies beklebt wurden.
Isabelle und cih bekamen dann die Aufgabe, ein besonderes Rezept aufzunehmen: Meerschweinchen. Ui. Mit allem von Anfang an "durfte" ich filmen. Börks.

Isi sagte, es wäre das leckerste Meerschweinchen, dass sie je gegessen hat. Und die muss es wissen.

Ich fand Meerschweinchen nicht so lecker. Es bestand eh fast nur aus Innereien...
Ich überlege, ob ich die Aufnahme bei uTube reinstelle. Ein Erlebnis, das jeder Nichtvegetarier auch mal erleben sollte.

Dann wurden noch die Lehrer befragt, wie sie so unterrichten. Durften wir aber auch hautnah miterleben, da wir in der Schule geschlafen haben. Für mich, die kein Quechua bzw. Spanisch versteht, bestand der Unterricht aus einem einzigen Gekeife seitens der Lehrer. Auch wurden die Kinder mit Stock geschlagen wenn sie nicht gespurrt haben. Allerdings kamen diese Lehrer nicht aus diesem Dorf.

Und Lieder wurden gesungen und Tänze haben sie uns gezeigt. Das hat allen Spaß gemacht!


Und wie haben wir dort gegessen und geschlafen?
Essen wurde von den Frauen gekocht, von den Männern serviert. Nie hat sich einer dazu gesetzt. Es gab Reis zu allem. Zu Kartoffeln. Zu dem hier typischen Käse (wie Feta). Zu Suppe (Kartoffelsuppe). Aber auch zu Meerschweinchen und Forelle (die frisch in den Bächen der Umgebung gefangen wurden). Zu trinken gab es dazu Colada. Eine Art Haferschleim. Ich war eigentlich immer satt und habe bestimmt 10 kg zugenommen.
Geschlafen haben wir auf Stroh in einem Klassenzimmer. In der ersten Nacht war es so kalt, dass wir eigentlich nicht schlafen konnten. Eher halb ohnmächtig vor Erschöpfung (Höhe, Sonne und Reiten) da gelegen haben.
Am zweiten Abend hat Isi leider auf die Frage "Ballare?" begeistert mit "si" geantwortet, so dass unser Schlafklassenzimmer zur Disko umfunktioniert wurde und wir 5 Stunden lang zum gleichen Lied getanzt haben (sie haben zwar gesagt, es waren unterschiedliche Lieder. Aber ich glaube nicht). Nachdem wir die Dorfbewohner überzeugt haben, dass wir schlafen müssen, durften wir dieses mit doppelt so vielen Decken und haben gut geschlafen.

Für die Kinder hatten wir Bonbons, Kreisel und einen Ball mitgebracht, die wir immer wieder verteilten. Dadurch waren wir dann heiß beliebt und zum Abschied kam das ganze Dorf, um uns zu verabschieden, als wir auf den Pferden wieder durch die Anden heimritten.

Hui. Das waren echt so beeindruckende Tage!

Als wir dann zurück in Esperanza waren, kam uns das vor wie Zivilation im höchsten Maße. Aber nur weil sich die Italiener da richtige Betten (so Hochbetten wie in ner Hütte) gebaut haben, Espressomaschine am Start war, ne Dusche (sogar ne Warme!).
Die Partyitaliener haben dann Kniffel zum Spiel des Jahres gemacht und die ganze Nacht laut gesungen, als wir zu acht in dem Hochbett lagen.

Montag, 21. Januar 2008

Guaranda

18.1. - 21.1.
Guaranda ist die Stadt, in der Isabelle ihr freies soziales Jahr verbracht hat. Dort hat sie dementsprechen viele Freunde und Bekannte. So sind wir natürlich auch dahin gefahren und haben dort 4 Tag verbracht.
Guaranda ist bekannt für seinen ausschweifenden Karneval. Karneval? Dauert das nicht noch ein bisschen?
Nein, da sind die Leute wohl so verrückt wie die in Köln. Das bedeutet bei einem Bummel durch die Stadt wird man mit Wasserbomben beworfen oder Eimern übergossen oder mit Mehr bestäubt oder Eiern oder so nem Schaum... eine Gaudi ist das.

Gewohnt haben wir bei Isabel und ihrer Familie, die uns einiges geboten hat. Wir haben vor allen Dingen gegessen. Und waren in Salinas, einem Dorf, dem ein paar Schweizer beigebracht haben, wie man Käse und Schokolade macht. Mmmmm....
Und auf einer Forellenfarm waren wir:
Und in El Arenal, Isabelles alter Wirkungsstätte. Sie hat dort damals auf 4200m Höhe einer Gemeinde geholfen, ein Restaurant zu eröffnen.
Dann haben wir uns noch so eine Art "Freizeitpark" angeschaut. Und dort bissel Basketball gespielt.

Freitag, 18. Januar 2008

Baños

17.1. - 18.1.
Vom Dschungel aus sollte es nach Ruanda gehen. Auf dem Weg dahin stoppt man gerne in Baños, so auch wir.
Doch derzeit stoppen dann doch eher weniger Touries in Banos, da der Vulkan Tungurahua ueber Baños böse spuckt und Ascheregen verteilt.



Maren und ich wunderten uns also bloß über die Stille im Ort und dass es eine Weile dauerte, bis wir ein offenes Hotel fanden.
Abends wollten wir dann den Vulkan betrachten, den man aus dem Ort direkt nicht sieht. Und Baños ist nicht dumm: sie verkaufen ihren Vulkan dann auch als Touristenattraktion und haben Busse eingesetzt, die auf den nächsten Huckel gefahren sind. Und was für Busse: Partybusse. Es gab Musik und Alkohol und gute Stimmung!
Aber den Vulkan haben wir nicht gesehen :-( (das Foto ist aus dem Internet geklaut).

Dann, am nächsten Tag, sind wir mit dem Radel noch eine Wasserfalltour abgefahren. Super ist das. Überall Wasserfälle. Und am Ende der größte.

Mittwoch, 16. Januar 2008

Dschungel die 2.

14.1. - 16.1.
Maren und ich haben uns nach stundenlanger Beratung fuer eine 2-taegige Tour mit Uebernachtung in einem Indianerdorf entschieden. Um 6h morgens (ein Wecker fuer 2$ wurde noch schnell gekauft) sollten wir uns an der Organisation einfinden. Dort trafen wir noch auf 6 andere Touries mit denen wir dann tief in den Wald gekarrt wurden. Bis hin zu schicken Lodges, bei denen es Fruehstueck gab (Banana Pancakes im Dschungel!).
Zunaechst wurden wir mit einem Kanu ueber den wilden Rio Napo geschippert. Im Urwald liessen wir uns bereitwillig bemalen und lernten viel ueber Pflanzen, weniger ueber Tiere (leider waren kaum welche zu sehen). Wir haben alles gegessen, was man angeblich essen konnte.
Mittagessen wurde in einem Amazonas-Indianerdorf serviert. Danach wurde Maren und mir auch eroeffnet, dass es das Dorf waere, in dem wir uebernachten wuerden. Die anderen Touries machten sich deweil auf den Rueckweg zu den Lodges mit Toilette und Dusche. Und mich ergriff eine leichte Panik.
Aber als einer der Fuehrer fuer uns da blieb, beruhigte ich mich. Uns wurde sogar eine richtige Kloschuessel auf ein Erdloch gestellt, so dass wir nichts entbehren mussten.
Es war schon etwas merkwuerdig dort. Die Familien des Dorfes waren wir suspekt, denn normalerweise bleibt kein Tourist laenger als zum Essen (Maren hatte diese Uebernachtung nur auf Anfrage hingekriegt).
Wir wollten halt gerne kennenlernen, wie die da leben. Die wollten uns aber eigentlich garnicht dabei haben. So sassen wir zum Essen eben nicht mit in der Kueche, durften nicht mit der FAmilie mit Haenden essend auf dem Boden sitzen. Stattdesse am Tisch mit Gabel Messe Loeffel udn 3-Gange-Menu. Und Alter, es gab Palmenherzen. Was leckereres gibt es auf dieser Erde bestimmt nicht!!!

Abends haben wir mit unserem Fuhrer Pancho Feuer gemacht und Alkohol (so ne Art Punsch) getrunken. Ueberall das gleiche...
Geschlafen haben wir in 2 Betten mit quasi ohne Matratze. Die Haeuser stehen im Amazonasgebiet wegen Wasser und Tieren auf Stelzen. Unser Nachtlager hat also gewankt, wenn eine Bewegung gemacht wurde. Entsprechend frisch waren wir am naechsten Morgen. Fruehstueck zum Gesang der Kinder, die nebenan in der Schule waren.
Dann fing es an zu regnen. Und wir sind losgegangen. Aber da es ja warm war, war es auch nicht schlimm, bis auf die Haut nass durch den Dschungel zu latschen, zum rhytmischen Melodie des Wassers in den Gummistiefeln.
Mit Pancho alleine im Dsachungel, gefiel es Maren und mir viel besser. Er erklaerte mehr und rannte nicht so wie der andere Fuehrer. Gegen Mittag kamen wir an einen Fluss ueber den wir wieder mit Kanu gerudert wurden. Allerdings mussten wir alle einzelnd, da die Stroehmung nach dem Regen extrem stark war.
Zurueck an den Lodges trafen wir auf die anderen Touries, die den ganzen Vormittag in Haengematten gelegen hatten und den Regen abgewartet hatten. Die sind dann los udn wir haben uns hingelegt und getrocknet.
Nachmittags ging es dann in ein anderes Indianerdorf, damit wir Chicha trinken. Ein Traditionsgetraenk, lecker aus Maniock und Speichel zubereitet.
Und dann endlcih das, weshalb ich mit war. Rafting in Autoreifen!!!


Jo. Und dann wieder in die Zivilisation zurueck. Schon nach so kurzer Zeit ein komisches Gefuehl.

Montag, 14. Januar 2008

Dschungeltour

14.1.-16.1.2008
Sowas muss man einfach machen, wenn man in Ecuador ist.
Isi hat das nun schon 10.000 malgemacht, so dass sie nciht mehr mit wollte. Und weil Maren so prima spanisch spricht, habe ich ihr erlaubt, mit mir mitzukommen.
Wir sitzen nun in Tena im Amazonasgebiet, glaube ich. Und haben 2 Tage im Dschungel hinter uns. Das heisst kein Strom, keine Dusche, kein Klo, viel Regen ("regen"wald zur erinnerung, Krombacher und so), Moskitos, Spinnen, Kakerlaken. Aber auch bissel was tolles (Rafting mit Autoreifen).
Leider macht das Internetkaffe gerade zu...

Sonntag, 13. Januar 2008

An der Kueste

Strandurlaub hatte ich mir gewuenscht und habe ich bekommen.
Sonne, Sand und Meer vom feinsten. In Ecuador hat der Pazifik Palmen und blaues, warmes Wasser und Cocktails. Was will man mehr... na ja, meine Begleiterinnen noch Tanz und Maenner (bzw. solche, die es einmal werden wollen). Haben sie auch bekommen.
Isi wurde noch von einem Rochen gestochen (reimt sich, toll). Boeses, laehmendes Gift, aber El Doctor war vor Ort und konnte schlimmeres verhindern.
Isi hat noch etwas umfangreicher geschrieben: http://isabelleecuador.null3.com/

Dienstag, 8. Januar 2008

Am Aequator

Wie es sich fuer Ecuadortouristen gehoert, gings auch zum Aequator. Mit netten Magnet-Schwerkraft-Tests.

Von Ecuador

Ankunft in Quito

Nun bin ich in Quito angekommen. Geflogen mit KLM über Amsterdam mit 3 mal Start und Landung (da vergeht auch mir die Flugangst).

Jetzt gewöhne ich mich an die Zeit, an die Höhe (2800 m) und an die Sonne :-). Und ich muss mich schmerzvoll auch daran gewöhnen, dass ich als Älteste hier die Jüngste spiele. Denn Maren und Isabell sprechen fließend spanisch und ich sitze daneben wie die behinderte Schwester.

Fotos werde ich nun immer hier rein packen:
http://picasaweb.google.com/schulz.melanie/Ecuador